Geschichte · 23. August 2026

Wie die Südostschweiz das Haus zur Metzg erlebt hat

Die Südostschweiz hat das Haus zur Metzg besucht. Aus einer Anfrage über Alpahirt wurde am Ende eine Geschichte über das Haus selbst – und genau das passt.

Manu Zala und Adrian Hirt vor dem Haus zur Metzg

Manchmal kommt eine Geschichte etwas später als gedacht. Als wir für das Haus zur Metzg unser Crowdfunding lancierten, hatten wir auch die Südostschweiz kontaktiert. Wir hätten uns natürlich gefreut, wenn sie über unser Projekt berichtet hätte. Die Rückmeldung war damals, dass eine Berichterstattung über das Crowdfunding nicht möglich sei, weil damit ein kommerzieller Zweck verbunden ist. Gleichzeitig sagte man uns aber auch, dass das Haus zur Metzg als Projekt durchaus spannend sei und man gerne verfolgen wolle, was daraus entsteht.

Einige Monate später kam dann tatsächlich wieder eine Anfrage. Gion-Mattias Durband von der Südostschweiz meldete sich bei uns und erzählte, dass er eine grössere Geschichte über Alpahirt und unser gastronomisches Konzept im Haus zur Metzg machen wolle. Wenig später stand er gemeinsam mit einer Fotografin bei uns auf der Baustelle am Arcas. Manu und ich nahmen uns knapp zwei Stunden Zeit, führten die beiden durchs Haus und erzählten von Alpahirt, vom Bistro, vom Shop, von unseren Produzentinnen und Produzenten und natürlich von der Frage, warum wir dieses Haus überhaupt machen.

Am nächsten Tag rief Gion-Mattias nochmals an. Er habe den Auftrag offenbar etwas anders verstanden: Es sollte am Ende gar kein Porträt über uns und Alpahirt werden, sondern eine Geschichte über das Haus zur Metzg. Er müsse den Artikel deshalb nochmals umschreiben. Wir waren entsprechend gespannt, was daraus werden würde.

Als der Beitrag dann am 23. August in der Südostschweiz erschien, fanden wir: Die Geschichte ist sehr gelungen. Und eigentlich passt es ganz gut, dass am Schluss nicht wir im Mittelpunkt stehen, sondern das Haus selbst. Denn genau darum geht es uns. Alpahirt ist ein wichtiger Teil davon, und natürlich steckt sehr viel von uns in diesem Projekt. Aber das Haus zur Metzg soll mit der Zeit viel grösser werden als die Geschichte von Manu, Adrian oder Alpahirt. Es soll ein Ort werden, an dem viele Menschen zusammenkommen.

Ein altes Haus bekommt eine neue Aufgabe

Die Südostschweiz beginnt ihre Geschichte beim Gebäude selbst. Beim Haus am Arcas, das seit Jahrhunderten zur Churer Altstadt gehört und dessen Fassade bis heute von seiner früheren Nutzung erzählt. Seit Mitte 2025 wird das Gebäude umfassend saniert. Vieles im Innern wurde entfernt und neu aufgebaut, gleichzeitig werden historische Elemente wieder sichtbar gemacht. Dazu gehört auch die alte Churer Stadtmauer, die künftig direkt neben unserem Bistro zu sehen sein wird.

Auch die Bürgergemeinde Chur zieht ins Haus ein. Im ersten Stock entsteht die Kanzlei, darüber das Sitzungszimmer. Bürgerratsschreiber Marco Caduff sagt im Artikel, dass es der Bürgergemeinde darum gehe, dem Haus wieder einen Wert zu geben und daraus einen offenen Ort zu machen, der zur Begegnung einlädt. Genau dieser Gedanke verbindet sich sehr schön mit dem, was wir im Erdgeschoss vorhaben. Oben wird gearbeitet, diskutiert und entschieden. Unten wird gegessen, probiert, eingekauft und hoffentlich viel miteinander gesprochen.

Im Erdgeschoss entsteht auf der einen Seite unser Shop, auf der anderen das Bistro. Im Innern wird es 28 Sitzplätze geben, draussen unter den Arkaden am Arcas weitere Plätze. Was uns dabei wichtig ist: Shop und Bistro sollen nicht zwei getrennte Welten sein. Wer bei uns etwas probiert, soll es nach Möglichkeit auch mit nach Hause nehmen können. Und wer eigentlich nur zum Einkaufen kommt, darf genauso gut noch auf einen Kaffee, eine Suppe oder ein Plättli bleiben.

«Es geht darum, den Genuss der Berglandschaft in die Stadt zu bringen.»

Das trifft ziemlich genau, was wir vorhaben. Im Bistro wird es unter anderem Fleisch-Käse-Plättli mit Alpahirt-Naturfleisch und Käse aus der Region geben, dazu Kaffee, Suppe, Hotdog, Flammkuchen, Kuchen, Wein, Bier und Gazosa. Kein riesiges Angebot und kein klassisches Restaurant. Vielmehr ein Ort, an dem man unkompliziert etwas Gutes essen oder trinken und gleichzeitig entdecken kann, woher die Produkte kommen und wer dahintersteht.

Die Menschen hinter den Produkten gehören dazu

Ein Punkt im Artikel freut uns besonders: Auch unsere Produzentinnen und Produzenten spielen darin eine Rolle. Denn genau das soll im Haus zur Metzg sichtbar werden. Für uns sind sie nicht einfach Lieferanten, deren Produkte irgendwann anonym im Regal stehen.

Wir möchten wissen, wer den Käse macht, wer den Kaffee röstet, wer den Wein keltert und welche Geschichte hinter einem Produkt steckt. Diese Menschen sollen im Haus ihren Platz bekommen. Nicht mit langen Erklärungen an jeder Ecke, sondern ganz selbstverständlich über die Produkte, über Gespräche, über Degustationen und später auch über gemeinsame Veranstaltungen.

Das ist für uns ein wichtiger Unterschied. Regionalität soll nicht einfach ein Wort auf einem Schild sein. Sie soll erlebbar werden. Man soll etwas probieren, mit jemandem darüber sprechen, vielleicht die Geschichte dahinter kennenlernen und am Ende etwas mit nach Hause nehmen, das man vorher noch nicht kannte. Genau darin liegt auch die Verbindung von Bistro und Shop. Das Haus zur Metzg ist kein Laden mit ein paar Tischen und auch kein Bistro mit einem kleinen Verkaufsregal. Beides gehört zusammen. Diese Verbindung entspricht auch unserem Leitbild: Menschen sollen Regionalität einkaufen, geniessen und erleben können.

Nach sieben Jahren wieder ein Zuhause

Die Südostschweiz greift auch unsere lange Suche nach einem neuen Zuhause auf. Seit gut einem Jahr haben wir zwar unser Alpahirt-Büro mit kleinem Lager an der Oberen Gasse in Chur. Wer vorbeikommt und uns gerade antrifft, kann dort auch etwas probieren oder mitnehmen. Aber ein richtiger Ort für Alpahirt ist das nie geworden.

Danach suchen wir eigentlich schon seit sieben Jahren. Unser damaliger Standort in Tschiertschen fiel einem Brand zum Opfer. Seither war immer wieder die Frage da, ob es irgendwann wieder einen Ort geben würde, an dem unsere Produkte, unsere Kundschaft und die Menschen hinter Alpahirt zusammenkommen können.

Mit dem Haus zur Metzg endet diese Suche.

Und dass es ausgerechnet dieses Haus geworden ist, fühlt sich für uns besonders stimmig an. Ein Gebäude, das historisch eng mit dem Thema Fleisch und Metzgerei verbunden ist, bekommt eine neue Aufgabe. Nicht als Rückkehr zu einer Metzgerei von früher, sondern als Ort, an dem Regionalität heute anders erlebt werden kann.

Im Artikel habe ich das Haus zur Metzg als «Meilenstein und Herzensprojekt» bezeichnet. Das ist es auch. Aber gleichzeitig soll es kein Denkmal für Alpahirt werden. Wir möchten einen Ort schaffen, an dem man morgens auf einen Kaffee vorbeikommt, mittags etwas Kleines isst, am Nachmittag ein Geschenk oder etwas für zuhause mitnimmt und am Abend vielleicht mit Freunden bei einem Plättli und einem Glas Wein sitzen bleibt.

Einen Ort, an dem Essen wieder ein Gesicht bekommt.

Und einen Ort, der mit der Zeit seinen eigenen Charakter entwickelt.

Am Ende des Artikels wird auch eine Haltung aufgegriffen, die uns schon lange begleitet: Uns ging es noch nie um den schnellen Erfolg. Wir möchten etwas aufbauen, das Bestand hat. Das Haus zur Metzg ist für uns ein grosser Schritt auf diesem Weg.

Am 5. Dezember 2026 öffnen wir die Türen.

Dann könnt ihr selbst sehen, was aus all den Gesprächen, Plänen, Baustellenstunden und Ideen geworden ist.

Wir freuen uns darauf, euch am Arcas willkommen zu heissen.

Dieser Beitrag fasst den am 23. August 2026 in der Südostschweiz erschienenen Artikel «Im Churer Haus zur Metzg geht’s bald wieder um Fleischgelüste» aus unserer Perspektive zusammen. Der Originalbeitrag stammt von Gion-Mattias Durband und ist bei der Südostschweiz für Abonnentinnen und Abonnenten zugänglich.

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